Klimaschutz

Die Natur, so wie wir sie kennen, ist in Gefahr

Entwicklungshilfe und Klimaschutz sind für mich zwei Seiten derselben Medaille. Was nützt die beste Entwicklungshilfe, wenn wir durch unseren Ausstoß an Treibhausgasen den Klimawandel befeuern und so den Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen?

Auch globale Probleme können am Ende nur von normalen Menschen gelöst werden. Einzelne können andere mitreißen und wenn sich mehr als 15% für eine Sache engagieren, dann wird der Großteil folgen. Jeder kann also etwas tun – in seinem eigenen Umfeld, im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten.

2009 arbeitete ich noch als Mathe- und Physiklehrer. Im Physikunterricht nahm ich mit meinen zehnten Klassen das Thema Energie durch. Der Klimawandel bewegte die Schüler und wir überlegten zusammen, was jeder von uns tun könne, um Energie zu sparen und seinen Beitrag zu leisten. Wir rechneten auch aus, wie viel Energie die ganze Klasse einsparen könnte, wenn nur jeder bei sich zu Hause alle (damals noch üblichen) Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen würde. Wir überlegten weiter: Wenn die Schüler die Lampen auf eigene Kosten austauschen würden und sich von ihren Eltern nur die eingesparten Energiekosten als zusätzliches Taschengeld ausbezahlen lassen würden… Über die Lebensdauer der Lampen gerechnet kamen wir auf unglaubliche 60.000 Euro. Begeistert verließen meine Schüler das Klassenzimmer.

Ein paar Wochen später fragte ich meine Schüler, wer zuhause schon etwas für den Klimaschutz getan hatte. In insgesamt fünf Klassen meldete sich niemand – kein einziger Schüler hatte zu Hause auch nur eine Kleinigkeit geändert! Ich war total frustriert. Zwischen dem in der Schule Gelernten und dem richtigen Leben zu Hause stand offenbar eine hohe, unüberwindbare Mauer. Monatelang zerbrach ich mir den Kopf: Wie schaffe ich es, diese Mauer zu untertunneln – und meine Schüler und ihre Eltern dazu zu bringen, den ersten, aber alles entscheidenden Schritt zu tun, selbst für den Klimaschutz aktiv zu werden?

So wurde die Idee für die co2maus geboren.

Die co2maus

Die co2maus war zeitweise der größte Klimaschutzwettbewerb für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Aktion stand unter der Doppelschirmherrschaft des Bayerischen Kultusministers und des Bayerischen Umweltministers. Zwischen 2009 und 2013 haben sich rund 45.000 Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Eltern, Geschwistern und Lehrern an der Aktion beteiligt. Dabei wurden von rund 150.000 Kindern und ihren Eltern geschätzte 146.000 Tonnen CO2 eingespart.

Noch wichtiger: Die Kinder, Jugendlichen und deren Eltern haben erfahren, dass sie etwas bewirken können und selbst gegen eine so bedrückende Gefahr wie den globalen Treibhauseffekt nicht machtlos sind.

Die Idee

Als Lehrer meldet man seine Klasse auf www.co2maus.de an. Jeder Schüler erhält dann seine eigene co2maus. Und was frisst die co2maus? Natürlich CO2! Wo die Jugendlichen zu Hause CO2 einsparen können, zeigt ihnen ihre Maus. Die Palette der Maßnahmen reicht dabei von der Energiesparlampe über den sparsamen Gebrauch von Warmwasser und elektrischer Energie bis hin zum Kühltest. Hat die Klasse genügend CO2-Kilo gesammelt, hat sie die Chance auf einen Gewinn beim co2maus-Gewinnspiel.

Ausgezeichnet

Die co2maus erhielt 2009 den Deutschen Klimapreis der Allianz-Umweltstiftung. Meine Schüler und ich wurden von Bundespräsident Köhler in Schloss Bellevue empfangen. Die Aktion wurde von der Bundesregierung und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet. Die UNESCO verlieh der co2maus 2009 den Titel „offizielles Projekt der UN-Weltdekade 2009/2010 Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Schülerkommentare

Während des Wettbewerbs erhielt ich täglich bis zu 600 Mails von Schülerinnen und Schülern. Hier ein paar im Originalwortlaut:

„Hallo co2maus, ich finde es voll cool unsere Umwelt zu retten!
Dein Max“

„Ich bin der Stefan und ich finde die CO2Maus super! Ich hab schon 986 kg CO2 eingespart!
Es müsste auf der ganzen Welt so ein Projekt geben!!!!!!!!!“

„Hallo co2maus. du bist echt super! So wird der Klimawandel gestopt.

Weiter so und viele MITSTRIETER!
Deine Susi“

„Liebe co2maus, wir haben jetzt auch zum Grünen Strom gewechselt, da ich meine Eltern so oft gefragt habe und unser Stromanbieter sowieso so teuer war.
Dein Andreas“

„Geile Sache die Welt zu Retten!
Euer Superman“